Die neue Datenschutzgrundverordnung

Posted by ute hieke on 1. Mai 2018 in Aktuelles

Wie sich die neue Verordnung, die ab 25.Mai in Kraft tritt, auswirken wird, ist noch unklar. Zu umfassend scheint die neue EU Verordnung für das Fotobusiness. Brauchen wir jetzt alle einen Anwalt?

Fotografieren, Speichern, Vermarkten und Veröffentlichen von Fotos stellen eine dem Datenschutzrecht unterliegende Verarbeitung personenbezogener Daten dar.

Datenverarbeitungsvorgänge im Zusammenhang mit Fotos unter der DSGVO

  1. Fotografieren
  2. Vermarkten
  3. Veröffentlichen / Publizieren
  4. Speichern, Sichern, Löschen

Die Verarbeitung von Daten, die unter das Datenschutzrecht fällt, ist in Art. 4 Ziff. 2 DSGVO wie folgt definiert:

Verarbeitung“ ist jeder – mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren – (Anmerkung: mit oder ohne Computer bzw. Software) ausgeführte Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, den Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung“.

Datenverarbeitung ist also das Fotografieren, selbst wenn keine Person als Motiv aufgenommen wurde, aber Daten des Fotografen erfasst werden, die Bildbearbeitung, die Verschlagwortung, das Speichern der Bilddateien samt Backup, der Upload der Bilddateien in einen Cloudspeicher oder auf eine Webseite, die Übermittlung an einen Online-Printdienstleister, der ggf. sogar eine Nachbestellfunktion für die fotografierten Personen anbietet, die Übermittlung an eine Bildagentur, eine Werbeagentur, die Speicherung und Archivierung der Fotos, ja sogar das Löschen der Fotos etc.

Fotografieren als Datenverarbeitung und Einwilligung unter der DSGVO

Das Fotografieren einer Person stellt eine Erhebung personenbezogener Daten dar: wie die Person aussieht, Alter, Geschlecht, Rasse, Ort und Datum der Aufnahme, Umstände der Aufnahme wie z.B. Besuch einer Veranstaltung, Zusammensein mit anderen Personen etc. Parallel werden Daten zum Fotografen erhoben: wann er/sie mit welcher Kamera und Kameraeinstellung was bzw. wen und ggf. auch wo fotografiert hat. Das Fotografieren ist im Bildnisrecht des § 22 KUG nicht geregelt, sondern nur die Veröffentlichung von Fotos.

Der Standardfall ist hierbei nach wie vor die Einwilligung, in der Praxis oft in Form eines Model-Releases eingeholt. Wurde das Model-Release bislang jedoch lediglich an den Erfordernissen des KUG gemessen, so wird es künftig an den strengen Voraussetzungen für eine datenschutzrechtliche Einwilligung zu messen sein. Zwar ist im Gegensatz zum bisherigen Datenschutzrecht keine Schriftform mehr vorgesehen, jedoch muss der Verantwortliche die Einwilligung nachweisen können.

Bei weiteren Fragen zu diesem umfassenden Thema kann ich ihnen diesen Blog sehr empfehlen:

https://www.fotorecht-seiler.eu/